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Trachtenmode – nur was fürs Oktoberfest?

Dirndl, Krachlederne & Co. sind absolut angesagt

Als Kind habe ich meine kurze, speckige Lederhose mit dem obligatorischen Edelweiß auf dem Latz gehasst. Doch jetzt bin verliebt. Bisher habe ich gedacht, dass Trachtenkleider nur was fürs Oktoberfest sind. Mir schweben dralle Bayernmädels vor Augen, denen die Möpse förmlich aus dem Dekolleté hüpfen, während ihnen betrunkene Burschen in Lederhosen an die Wäsche wollen. Die wirklich tollen Kleider sieht man sowiese nur bei den Promis, in der Gala, Bunte oder wenn über die Spielerfrauen vom FC Bayern berichtet wird.

Falsch gedacht! Durch Zufall bin ich auf eine Seite im Netz gestoßen, die zauberhafte Trachtenmode zu bezahlbaren Preisen anbietet und sich von anderen Trachtenshops wohltuend abhebt. Ich kenne mich nicht wirklich aus, aber Stockerpoint scheint die bekannteste Marke zu sein und ich habe beschlossen, Trachtenmode ab sofort zu lieben.

Ab sofort Tracht – morgens, mittags, abends!

Nun habe ich zwar kürzlich erst von Hunden in Trachtenklamotten berichtet, aber das könnt ihr wirklich nicht vergleichen. Ich würde auch nie einem Hund eine Lederhose anziehen wollen. Ich selbst möchte solch eine schicke Trachtenhose jedoch unbedingt haben und zwar möglichst bald – also, natürlich die Variante für Menschen. Außerdem will ich ein Dirndl oder zwei oder drei. Ich möchte Dirndblusen und Dirndlshirts und den passenden Dirndl-BH, der diesen magischen Busen zaubert, möchte ich ebenfalls.

Ich könnte mit dem Fuß aufstampfen und rufen „ich will, ich will, ich will“ und würde mir keineswegs komisch vorkommen. Leider interessiert es niemanden, was ich will, also muss ich mich selbst kümmern. Immerhin meint mein Freund, dass die Trachtenklamotten wirklich schick aussehen.

Trachtenmode ist nicht gleich Landhausmode

Trachtenmode besticht durch detailverliebte Schnitte, Stickereien, Spitze, naturnahe Stoffe wie Baumwolle oder Leinen und ganz viel Leder. Landhausmode wirkt im Vergleich dazu regelrecht bieder und scheint vor allem nur eine Farbe zu kennen: Beige. Trachtenmode gibt es, zumindest in dem Shop, den ich entdeckt habe, in den verrücktesten Farben.

Natürlich mussten sich die Designer völlig neue Farben ausdenken. So heißt beispielsweise ein simples Rosa nicht Rosa, sondern Flamingo, ein schlichtes Hellbraun nennt sich Torfantik und der Hit ist die Farbbezeichnung Maisantikozean für verwaschenes Goldgelb. Am besten gefallen mir die Trachtenkleider, bei denen alles dabei ist: Dirndl, Schürze und Bluse.

Trachtenshirts passen prima zur Jeans

Eigentlich bin ich gar kein Kleidertyp. Auch hierfür gibt es eine Lösung: Hosen und Shirts. An den Trachtenlederhosen faszinieren mich die kleinen Hosenlätze, die tollen Stickereien und die interessante Schnittführung mit den Seitenschlitzen und der rückwärtigen Schnürung. Da darf es ruhig etwas mehr Braten oder Kuchen sein – ein Handgriff und alles passt.

Ein wunderschönes Trachtenshirt mit eingearbeiteter Bluse und Miederschnürung gibt es schon ab 40 Euro. Für eine echte Markenlederhose muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Meine Lieblingshose kostet knapp 180 Euro. Das ist für solch ein Schmuckstück allerdings ein Schnäppchen. Seht selbst: Lederkniebundhose

Hundemode: Fressnapf oder Mops im Dirndl?

Mops mit Hut, Schuhen und Trachtenlederhose!

Das ist kein Witz – ich habe tatsächlich kürzlich einen Mops (oder war’s eine Bulldogge?) in einem Café auf dem Schoß seiner Besitzerin gesehen, der ausstaffiert war, als würde er auf dem Oktoberfest sein weibliches Pendant im Dirndl suchen: Tirolerhut (mit Löchern für die Ohren), Krachlederne mit Hosenträgern(!) und Lederstiefel an den Pfoten.

Da der Hund keine Sekunde den Schoßplatz verlassen durfte, war nicht zu erkennen, ob er sich in den Klamotten überhaupt bewegen konnte, aber ich bezweifle es. Die Dame schien sehr stolz auf ihren vierbeinigen Begleiter zu sein und strahlte in die Runde; der Mops selbst schaute allerdings ziemlich dämlich aus der Wäsche. Ich glaube, er schämte sich.

Ist Hundkleidung für kalte Tage nützlich?

An den Anblick von Hunden mit Jacken und Pullovern haben wir uns ja schon gewöhnt. Das ist in der kalten Jahreszeit für bodennahe Hunde durchaus sinnvoll. Denn das Fell kann noch so dicht und lang sein – am Bauch sind fast alle Hunde nackt. Praktische Mäntel und Schutzkleidung für kleine und große Hunde gibt es im Fressnapf und in jedem anderen Fachgeschäft für Tierbedarf.

Meine Freundin besitzt einen Dackel mit derart kurzen Beinen, dass es keinen Unterschied macht, ob er liegt oder steht, weshalb er das Kommando „Platz“ auch nicht kennt. Diese süße Fellwurst hat selbstverständlich einen Pullover für kalte Tage und einen Mantel zum drüberziehen, wenn es noch kälter wird. Damit das Kleidungsstück nicht hin- und herwackelt, befindet sich am hinteren Ende eine Schlaufe für den Schwanz. Pullover und Mantel werden buchstäblich am Hundekörper arretiert und dem Hund bleibt gar nichts anderes übrig, als eine gute Miene aufzusetzen. Hauptsache, er friert nicht.

Hunde aller Nationen – wehrt euch!

Habt ihr schon mal in die Augen eines Dackels gesehen? Doch nicht der berühmte Dackelblick ist daran schuld, dass Herrchen und Frauchen ihre Lieblinge in Tütü und Schleifchen oder in Lack und Leder hüllen. Es sind die Menschen selbst, die sich immer neue Modeverrücktheiten für ihre vierbeinigen Freunde wünschen. Es gibt genügend Designer, die diesem Bedürfnis nur zu gerne nachkommen. Im Netz existieren zahlreiche Seiten, die Hundklamotten in allen Variationen online verkaufen.

Eine davon hat mich ganz besonders fasziniert. Bei DoggyDolly kommt ihr aus dem Stauen nicht mehr heraus! Hundehalter können ihre Hunde tatsächlich in Dirndl zwängen, in Lederhosen packen oder als Brautpaar mit Anzug und Hochzeitskleid schmücken. Passende Schuhe, Hüte und Schleier gibt’s natürlich ebenfalls. Verständlicherweise sehen die abgebildeten Hunde nicht besonders glücklich aus.

Schuhe für Hunde sind so überflüssig wie Nachtsichtbrillen für Katzen!

Hundeschuhe kneifen, rutschen und grenzen an Tierquälerei. Wer seinem Hund im Winter wirklich etwas Gutes tun und die Pfoten vor Kälte, Streusalz und Schnee schützen will, fettet die Fußballen seines Schützlings mit speziellen Pfotensalben ein. Melkfett und Ballistol funktionieren ebenfalls prima. Letzteres ist eigentlich ein Waffenreinigungsöl und ein absoluter Geheimtipp – es hilft sogar bei Haarausfall. Ob Hunde (wenn sie könnten) damit ihre Waffen einfetten würden, um sich gegen den tierischen Modewahnsinn zu wehren, überlassen wir der Phantasie von Comiczeichnern und Scifi-Autoren. 😉

Ugg oder nicht? Hurra, es hat sich ausgeUGGt

ugg boots sind outUGG oder nicht UGG? Oder doch lieber richtige Schuhe? Fragt mich doch meine Freundin Bianca gestern, ob ich nicht mal was über Schuhe schreiben will. Ich gucke sie ganz entgeistert an und frage zurück: „Kennst du meinen Schuhschrank?“ Es ist ja nicht so, dass ich keine Schuhe habe, aber ich kann das Brimborium, das manche Mädels mit ihren Sneakern, High Heels, Pumps etc. anstellen, überhaupt nicht nachvollziehen. Gilt es eigentlich schon als krank, wenn man als Frau (so wie ich) nur fünf Paar Schuhe besitzt?

Leute kauft UGG Boots, die passen immer!

UGG – was? Ich musste erst mal googlen, um festzustellen, dass ich tatsächlich irgendwann solche Fellmonster an meinen Füßen durch die Welt getragen habe. Das ist schon eine ganze Weile her, doch ich erinnere mich, dass die Stiefel zwar super bequem sind und die Zehen warmhalten, sich aber weder für Nässe noch für Schnee eignen. Winterschuhe, die nicht für den Winter bestimmt sind – klasse!

Dieses Paradoxon erklärt sich aus ihrer Herstellungsweise und vor allem, wo sie herkommen. UGG Boots stammen ursprünglich aus Australien und werden dort vorwiegend von Surfern getragen. Das ist noch eine Seltsamkeit, die ich nicht verstehe, denn die Stiefel bestehen aus wasserdurchlässigem Nubukleder und sind mit Lammfell gefüttert. Was macht bitte ein Surfer mit Fellstiefeln im Wasser? Vielleicht trocknen die Dinger in der australischen Sonne besonders schnell oder die Surfer stehen aufgrund der vollgesaugten, schweren Stiefel wie angetackert auf ihren Brettern. Ich war noch nie in Australien und kann keinen Surfer fragen. Das wäre mein nächstes Projekt. Wenn ihr möchtet, dass ich in Australien recherchiere (egal was), dann sagt Bescheid und ich teile euch meine Kontonummer mit. Irgendwie muss ja die Reise bezahlt werden. Kleiner Scherz – zurück zum Thema.

Kommt UGG von uggly und bedeutet hässlich?

UGG Boots werden manchmal auch Emus genannt und sind eine ganz perfide Modeerfindung, die in den Neunziger Jahren ihren Siegeszug von Australien über Amerika bis nach Europa antreten. Keiner weiß so recht warum, denn die von vornehmlich weiblichen Trägerinnen heißgeliebten Fußklumpen besitzen eine fatale Eigenschaft: Du kannst noch so hübsch aussehen und schick gekleidet sein – mit UGGs an den Füßen läufst du garantiert wie ein Bauerntrampel. Da hilft es auch nichts, wenn die Stiefel wie in den letzten Jahren mit Strass verziert sind oder durch Fransen aufgepeppt werden, damit sich sogar Girlies oder Cowgirls darin wohlfühlen. Tatsächlich werden solche Schuhe bereits seit 1920 von Schafzüchtern in Australien und Neuseeland hergestellt, jedoch vorwiegend als wärmende Hausschuhe genutzt. Weil in Down Under die Außentemperaturen äußerst selten unter Null Grad fallen, halten die Stiefel ewig und MUSSTEN irgendwann exportiert werden, um den Produktionsüberschuss loszuwerden 😉  Models und Promis sorgen dafür, dass auch völlig normale Mädchen dem Wahn verfallen, überteuerte braune oder beige Fußlappen als modisches Nonplusultra zu betrachten. UGG bedeutet übrigens nicht hässlich – es ist nur der Name der Herstellerfirma.

Original UGG oder Plagiat? Wen interessiert’s? Ich meine: die sind out!

Die Originale kosten an die 300 Euro, auch im Ausverkauf nicht unter 150 Euro (hab ich jedenfalls nicht gesehen, und ich schaue jetzt schon seit einer Woche aus reiner Neugier). Nachgemachte Exemplare mit Kunstfell gibt es bereits für lächerliche 20 Euro. Nee, bitte nicht. Dann kaufe ich doch lieber gleich Gummistiefel, die halten wenigstens die Nässe von den Füßen fern. Falsch gedacht, denn die gummierten Schweißfußgaranten bewegen sich mittlerweile in fast derselben Preisklasse. Inzwischen haben quietschbunte Gummistiefel die UGG Boots von den internationalen Laufstegen verdrängt und werden selbstbewusst sogar zum Abendkleid getragen. Aber mal im Ernst, Leute – man muss nicht wirklich jeden Modetrend mitmachen, oder?

Wer  mehr drüber lesen will, ich hab abgelacht (und ein paar Ausdrücke hier übernommen): http://www.welt.de/vermischtes/article110803834/Hurra-der-Ugg-Boot-ist-nun-endgueltig-out.html