Meine Erfahrungen, meine Welt

Archiv für März, 2013

Holt die Räder raus – Drahtesel im Vergleich

Seit Wochen nervt mich meine Freundin Bianca, dass ich doch endlich über den kürzlich eröffneten Fahrradshop ihres Cousins schreiben soll, damit sie ihn werbewirksam bei Facebook, Twitter und in diversen Foren verlinken kann. Denn Werbung wäre alles, meint sie.

Keine Ahnung von Fahrrädern? Na und!

Ich habe überhaupt keine Ahnung von Fahrrädern. Die einzigen Marken, die ich kenne, heißen Diamant und Pegasus„, versuche ich abzuwiegeln, wobei ich bezweifle, dass erstere Marke überhaupt noch existiert. Aber Bianca lässt meine Einwände nicht gelten. Das würde überhaupt keine Rolle spielen. Hauptsache, es sind genügend Fachbegriffe über Bikes wie Radnabe, Fullsuspension und Hardtail im Text verstreut.

Ich habe versprochen, den Artikel zu schreiben, sobald der Schnee verschwunden ist und der Frühling naht. Ich glaube, darauf können wir noch eine Weile warten. Bei diesem miesen Wetter traut sich ohnehin kein Radfahrer auf die matschigen, von unten vereisten Straßen. Ich habe mich geirrt!

Radfahren spart Geld? Von wegen!

Zwar habe ich nicht den betagten Rocker mit seinem Kakadu auf der Schulter gesehen, der im Sommer täglich mit seinem Rad meinen Weg kreuzt, aber mir ist beim Gassigehen eine dick eingemummelte Omi auf einem klapprigen Damenrad entgegengekommen, die sichtlich Mühe hatte, das Gleichgewicht im Schnee zu halten. „Sie sind aber fit und mutig“, grüßte ich anerkennend. Sie winkte nur ab und meinte, wenn sie Geld für den Bus hätte, würde sie damit fahren.

Vor lauter Betroffenheit fiel mir keine gescheite Entgegnung ein und die alte Dame radelte weiter. Nun könnte man meinen, Radfahren wäre billig. Doch die Rechnung geht nicht auf, denn selbst billige Fahrräder aus dem Baumarkt, die fast soviel wiegen wie ein Mofa, kosten inzwischen mindestens 200 Euro.

Fahrrad geklaut? Versicherung zahlt – nicht!

Es verwundert deshalb nicht, dass Fahrräder nahezu im Minutentakt geklaut werden. Dabei scheint die Marke völlig egal zu sein – Hauptsache es sind zwei Räder, ein Sattel und ein Lenker dran. Doch es gibt tatsächlich Biker, die sich Räder für 6.000 Euro und mehr kaufen bzw. stehlen lassen. Leute, dafür bekomme ich mindestens drei Gebrauchtwagen!

Wer sein Rad liebt, der schiebt oder trägt es in die Wohnung, wo es mit ausgeklügelten Konstruktionen im Flur an der Decke befestigt wird. Denn Fahrräder werden sogar aus dem abgeschlossenen Fahrradkeller entwendet – und keine normale Hausrat-Versicherung zahlt dafür! Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich besitze seit Jahren kein Fahrrad mehr, nachdem mein Pegasus (echte Biker-Fans lachen sich jetzt wahrscheinlich schlapp) geklaut wurde, obwohl es gesichert im Keller stand.

Einzige Ausnahme: Eine spezielle Fahrradversicherung. Die kostet dann aber so cirka 8 Euro pro Monat, hundert Euro im Jahr. Stolzer Preis, lohnt nicht für ein 300 Euro Rad, aber wer 1000 Euro anlegt, für den kann das was sein. Vandalismus wird dann übrigens auch übernommen, oder wenn z.B. plötzlich der Sattel fehlt. Muss man sich halt überlegen.

Auf jeden Fall sollte ein anständiges Schloss her – und das kostet ab 80 Euro aufwärts. Auch schonmal ganz schön happig.

Berechtigte Frage: Hast Du ein Rad ab?!

Ich hätte also eine Fahrradzusatzversicherung abschließen müssen, die in zwei Jahren soviel kostet, wie ein gebrauchtes Marken-Bike bei ebay. Doch Vorsicht mit gebrauchten Fahhrädern: Das könnte Hehlerware sein! Als ich Bianca stolz meinen fertigen Text zeige, runzelt sie missbilligend die Stirn und fragt, ob ich ein Rad abhätte. Ich zucke mit den Schultern: Sie hat es so gewollt! 🙂

PS: Wer ein hochwertiges Fahrrad (und eventuelles zukünftiges Diebesgut) besitzen möchte, kauft natürlich nur im Fachgeschäft ein. Service und Beratung sind unschlagbar, weil Besitzer und Mitarbeiter meist selbst begeisterte Biker sin

Leckere Nudelsoßen aus dem 3-D-Drucker

bertolli nudelsosseIhr habt richtig gelesen! Eigentlich wollte ich über Fertig-Soßen aus dem Supermarkt schreiben. Doch bevor ich mich zum eigentlichen Thema äußere, muss ich euch erzählen, was ich heute in der BILD gelesen habe. Es geht um eine wissenschaftliche Prognose, welche technischen Innovationen wir Menschen in zehn Jahren zu erwarten haben. Gesprächspartner ist ein renommierter Wissenschaftler, und zwar einer der Top-Trendforscher auf der diesjährigen Leipziger Wirtschaftsinformatik-Messe. Wer BILD kennt, weiß, dass solche Ausführungen ernst gemeint sind und Otto-Normalbürger diese auch glaubt.

Nein, der Wissenschaftler berichtet nicht von Nudelsoßen, die von selbst auf die Spaghettis fließen und ohne zu kochen heiß werden – es wird viel abenteuerlicher! Denn in zehn Jahren soll es zum Beispiel den Fernseher nicht mehr als Gerät geben, weil er in Tapeten integriert wird. Das wäre noch nachvollziehbar und durchaus im Rahmen des Möglichen. Aber jetzt kommt’s – wortwörtlich: „Spezielle 3-D-Drucker ermöglichen die Produktion von Dingen – ob Teller oder Kleid.“ Während ich diese Textpassage meinem Freund vorlese, muss ich mir so oft an die Stirn klatschen, dass dort immer noch ein roter Fleck zu sehen ist.

Wieso sind die Entwickler nicht schon viel früher darauf gekommen?! Schuhe kaputt – zack, Drucker an. Teller runtergefallen? Macht nix, drucken wir uns schnell einen neuen und den Kochtopf gleich mit dazu. Und wie sieht es mit den dazugehörigen Nudelsoßen aus? Ach, dafür gibt es bestimmt eine Spezialdüse am 3-D-Drucker! Ich weiß nicht, ob die Tränen, die mir hartnäckig in den Augenwinkeln sitzen, vom Lachen oder vom Weinen herrühren. Ehrlich gesagt, habe ich sogar auf das Datum der Zeitung schauen müssen, um festzustellen, dass noch lange nicht der 1. April ist.

Nudelsoßen von Bertolli, Miracoli & Co. – eine Alternative zum selbst Kochen?

Jetzt bin ich in der Zwickmühle und weiß nicht, wie ich die Überleitung schreiben soll. Dabei war ich extra heute bei REWE und NETTO und habe mir in den Regalen die Gläser mit Nudelsoßen angeschaut. Tomatensoße mit Basilikum von Bertolli ist aktuell im Angebot für 0,99 Euro. Der Glasinhalt reicht für zwei Personen und sieht aus wie Tomatensoße. Damit haben die Soßen in den Gläsern einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Soßen im Tetrapack: Ich sehe, was drin ist. Allerdings beanspruchen Gläser mehr Platz – sowohl im Regal als auch im Müll.

Der Geschmackstest zu Hause überzeugt ebenfalls. Die Tomatensoße schmeckt fruchtig, würzig und fast wie selbstgekocht. Gut gefällt mir die Konsistenz, wodurch die Soße prima an den Nudeln haftet und kein Wasser „ausschwitzt“. Bolognese-Soße der gleichen Marke fällt allerdings gnadenlos durch. Das Hackfleisch ist extrem krümelig, grau und nahezu geschmacksneutral. Diese Soße koche ich beim nächsten Mal lieber wieder selbst. Außerdem muss ich die ganze Zeit an diesen 3-Drucker denken und befürchte fast, dass die interaktive Soßenproduktion bereits begonnen hat. 😉